Über die Einheit

Aus dem Darshan in Prag, Juni 2011 (hier als Video, 15 min.)

Jeder Mensch sehnt sich nach Glück. Das ist unsere ganz natürliche Sehnsucht. Es ist nichts Verkehrtes daran, dass wir nach Glück suchen. Aber der Fehler liegt darin, dass wir das Glück außerhalb von uns suchen. Das Glück, was wir im äußeren Bereich finden, ist nur vorübergehend. So ist das Naturgesetz. Und in der Welt der Gegensätze verändert sich alles unaufhörlich. Aber das, was jeder von uns sucht, ist ein dauerhaftes Glück, welches uns für immer befriedigt. Und dieses tragen wir bereits in uns. Es ist unsere natürliche Sehnsucht nach dem Zuhause, in die Einheit zurückzukehren, in die Ruhe und in den Frieden – heimzukehren. Jeder von uns trägt in sich selbst diese Sehnsucht, diese Kraft, die uns antreibt, welche jeden dieser Körper antreibt, jeden von euch, ist die Kraft der Einheit. Und sie ist die einzige Kraft, die existiert. In der Einheit existiert keine Schöpfung, und damit die Schöpfung existieren kann, muss das, was sichtbar werden sollte, aus dieser Einheit herausfallen. Damit wir uns sehen können, und damit wir uns verständigen können, müssen wir zuerst aus der Einheit herausfallen. Das heißt, dass wir uns in der Welt der Formen befinden, in der Welt der Gegensätze und in der Welt der Dualität. Und wir suchen vergeblich unser Glück, Ruhe, Stille und Frieden in anderen Formen.
Aber es ist nicht möglich, dieses Glück in einer anderen Form zu finden, welche genauso aus der Einheit herausgefallen ist, wie wir. Unsere einzige Möglichkeit, nach Hause zu gelangen ist, zu sich selbst zurückzukehren, zu unserem höchsten Ich, zu dem, was wir alle sind. Wir suchen unser Glück in Beziehungen, in der Familie, wir versuchen uns zu realisieren, aber wir sehen, dass es so nicht funktioniert. Die Welt ist so angelegt, damit es nicht funktioniert, denn würden wir dieses Glück in der Welt finden, würden wir niemals zu unserem Ursprung zurückkehren. Und das einzig dauerhafte Glück ist das Glück unserer eigenen Natur, ist das Glück, welches wir im Absoluten finden werden. Wenn wir uns im Körper befinden, in dieser Welt, ist es möglich, diese Einheit zu erreichen, aber nicht mittels äußerer Formen, sondern wir erreichen sie in uns selbst.
Es ist die einzige Möglichkeit, um mit den Universen zu verschmelzen, um mit dem zu verschmelzen, was wir sind. So wie wir hier in dieser Welt existieren, haben wir die Vorstellung, dass wir irgend jemand sind. Hier gibt es irgend ein ich, welches versucht, sich in der Welt ununterbrochen zu erhalten. Aber wenn wir wirklich hinschauen, stellen wir fest, dass dieses ich eigentlich nicht existiert, aber es erscheint unter bestimmten Bedingungen. Sofern wir uns diese Bedingungen anschauen, sehen wir, dass in unserem Körper unterschiedliche Reaktionen entstehen, dass bestimmte Spannungen entstehen, so, wie wir auf die äußere Welt reagieren. Aber jeder von euch hat die Möglichkeit, den Weg nach Hause anzutreten, bewusst und achtsam dadurch, dass wir beobachten können, wie das Leben uns lehrt, von morgens bis abends in jeglichen Situationen. 

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Und so wie wir auf bestimmte Situationen reagieren, zeigt uns, was in uns noch unerlöst ist und was uns noch in der Vorstellung des menschlichen Bewusstseins  sein lässt. Aber wenn wir bereit sind, uns diesen inneren Druck anzuschauen, das, was wir loswerden möchten und was wir ablehnen, stellen wir fest, dass darunter nichts anderes liegt als das Sein als Bewusstsein. Und dass dieser Druck eigentlich nichts anderes ist als Gedanken, Vorstellungen und Konzepte.
Hinter jeder Emotion, egal ob sie positiv oder negativ ist, versteckt sich unser eigenes ich. Es ist, als ob wir in den Sand malen möchten. Stellt euch vor, wir sind auf einem riesigen, unendlichen Strand. Und was können wir in den Sand malen? Einfach alles. Und wenn wir in den Sand eine Form malen, dann wird diese Form sichtbar und sie fällt aus der Einheit heraus. Aber die Form ist für immer mit ihrer eigenen Substanz verbunden. Und so ist es auch mit dem Absoluten. Wir werden sichtbar in dieser Welt, aber das Wahre, was wir sind, unsere eigene Substanz, ist das absolute Sein. Sofern wir nach Hause zurückkehren möchten und zum absoluten, dauerhaften Frieden gelangen möchten, ist es nötig, unsere Stresse und unsere Spannungen im Körper zu „entknoten“, weil wir viele Jahre alte Muster in unserem Körper gespeichert haben, welche uns auf eine bestimmte Art und Weise reagieren lassen. Wir haben einen alten Schmerz gespeichert, die Ablehnung, das, was wir nicht mögen, bestimmte Vorstellungen, wogegen wir uns wehren. Und auf Grund dieser alten Muster erhebt sich das menschliche Bewusstsein.
Und wenn wir diese Muster Schritt für Schritt auflösen,  und eines Tages entsteht gar keine Reaktion mehr, dann bleibt nur die Schönheit der Einheit und die Schönheit unseres Seins. Und das ist das, was jeder von euch ist. Es existiert nichts anderes als dieses Sein. Bewusstsein. Genauso wie ich, ist jeder von euch dieses Bewusstsein. Und wenn ich mit euch bin und möchte mir etwas anschauen, dann suche ich euch in mir selbst. Ich schaue in mich selbst, weil ihr in mir existiert, genauso wie ich in euch existiere. Und so bitte ich euch, wem es möglich ist, dass ihr mir euren Schmerz gebt. Weil gerade diese Emotionen uns bremsen, die alten Verletzungen und unsere Unfähigkeit, den anderen zu vergeben. Und das ist das, was uns im menschlichen Dasein hält. Der einzige Weg, um zurück nach Hause zu gelangen, ist, diese Emotionen zu benutzen, die Bereitschaft, sich anzuschauen, wogegen ich mich wehre, was mir weh tut und diese Emotionen aufzulösen. Und nach deren Auflösung verbleibt die Schönheit unseres Seins. 

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Der Weg der Erleuchtung ist nicht einfach, er ist schwer. Er ist nicht für Feiglinge bestimmt. Es ist anspruchsvoll, in jede Ecke hinzuschauen, aber die Natur ist gnadenlos. Diese Kraft beleuchtet alles, und wenn wir nicht alles hingegeben haben, ist es nicht möglich, dauerhaft im absoluten Sein zu leben. Selbst wenn ihr erkennt, wer ihr seid und ihr eure Spannungen nicht aufgelöst habt, verbleibt ihr als jemand, der erkannt hat, der weiß, dass er ohne ein ich ist, aber ihr gelangt nicht für immer zum dauerhaften Frieden. Die Befreiung würde erst nach dem Tod des Körpers stattfinden. Und deshalb ist meiner Meinung nach das einzige, worum es geht, die endgültige Befreiung. Und das ist der Weg, den ich gehe, und so ist meine Erfahrung. Unser körperliches System, unsere körperliche Hülle hat jede Menge Traumata und Schmerz gespeichert. Und so wie der Mensch heutzutage lebt, kommt es dazu, dass sich unser System versucht, ununterbrochen zu erhalten, weil es fürchtet, vernichtet zu werden. Und so folgt ein Zwang dem anderen, und niemand ist sich dessen bewusst.

Und wenn wir anhalten und die Möglichkeit haben zu reflektieren, erkennen wir unsere alten und unbrauchbaren Muster. Und das ist meine Einladung!